Alles, was Sie schon immer über Gletscher wissen wollten
Gletscher, Gletscherzunge, Gletscherschwund
Gletscher sind die größten Süßwasserspeicher der Erde. Sie bestehen vornehmlich aus Schnee, der zu Eis gefroren ist und bewegen sich aufgrund der jahreszeitlichen Veränderungen sowie durch neue Schneefälle, die wiederum zu Eis werden und somit zu einer Veränderung der sichtbaren Form des Gletschers beitragen.
Gletscher sind neben den Ozeanen die größten Wasserspeicher und bedecken riesige Zonen in den Polargebieten. Sie haben große Bedeutung bei der Zulieferung von Wasser in viele Flüsse und beeinflussen somit auch das weltweite Klima, indem sie unter anderem auch für die Absenkung von Fluss- oder Meerestemperaturen verantwortlich sind, die ihren Einfluss aufs Klima geltend machen.
Gletscher sind auch in der Lage, Landschaften zu formen, indem sie ihr Aussehen verändern, wachsen oder schmelzen. Heutzutage schmelzen sie stärker, als dass sie eisige Landmasse hinzugewinnen.
Um entstehen zu können, müssen mehrere Faktoren eintreffen. Zunächst muss es dauerhaft kalt sein, damit Schnee in großen Mengen fallen kann. Durch Akkumulation durch maximale Schneemassen, die bei Neuschnee die unteren Massen zusammen pressen, entsteht Gletschereis. Die Luft wird heraus gepresst durch das aufliegende Gewicht, die Farbe wechselt zu bläulich oder grünlich.
Um als Gletscher gelten zu können, muss sich die beschriebene Eisfläche bewegen, Eisberge oder Packeis sind demnach keine Gletscher. Im Eis bewegen sich zum Teil kleine Eispartikel, die eine Bewegung auslösen können. Durch Schmelzen und wieder Einfrieren kommt es ebenfalls zu Bewegungen. Durch solche Bewegungen kommt es zu leichten oder massiven Landschaftsformungen.
Insgesamt gibt es nur geringe Flächen an Gletschern auf der Erde, dennoch beeinflussen diese Zonen und die Gletscher selbst in hohem Maß. Im Rahmen der globalen Erwärmung kommt es derzeit zum Abschmelzen von Gletschern, so dass massive Auswirkungen auf das Weltklima zu erwarten sind.
Gletscher sind wichtig für den Menschen, da sie Wasser speichern und abgeben und so in Teilzonen für die Trinkwasserversorgung notwendig sind. Sie werden jedoch auch touristisch genutzt.
Heute sind 15 Millionen Quadratkilometer Erde von Gletschern bedeckt, das sind 10 % aller Landflächen (während der letzten Eiszeit waren es noch 32%). Der größte Gletscher der Welt ist der Lambert in der Antarktis, der flächenmäßig größte Gletscher wiederum ist der Fedtschenko in Tadschikistan mit 77 Kilometern Länge. Der größte deutsche Gletscher ist der Schneeferner an der Zugspitze. Der am schnellsten fließende Gletscher ist der Kutiah in Pakistan, Alpen-Gletscher bewegen sich 30 bis 150 Meter pro Jahr. In Deutschland gibt es fünf Gletscher, die alle in Bayern zu Hause sind.
Die bekanntesten kanadischen Gletscher sind in Alberta beheimatet, im Columbia Icefield des Jasper National Parks: Athabasca-, Saskatchewan- und Columbia-Gletscher werden sie genannt. Sie sind für die Wasserversorgung des Columbia River zuständig.
